Morphologischer Kasten
01.01 Arbeitstechniken.Techniken für organisertes Arbeiten
Contents
Einführung[edit]
Wenn komplexe Aufgaben oder schwierige Probleme gelösen warden müssen, gelingt das meistens nicht auf Anhieb. Die Aufgabe muss dann in Teilaufgaben gelöst und Schritt für Schritt vorgegangen werden. Dabei hilft die Methode des Morphologischen Kastens.
Große Probleme in kleine zerlegen[edit]
Manche Aufgaben und Probleme sind so umfassend und komplex, dass sich kaum auf Anhieb eine gute Lösung finden lässt. Dann ist es hilfreich, das große Problem in mehrere kleine zu zerlegen und diese einzeln zu lösen. Diese Denkmethode der Zerlegung und Schritt-für-Schritt-Lösungen wird mit der Methode des sogenannten Morphologischen Kastens aufgegriffen und genutzt.
Morphologisch bedeutet: „Die äußere Gestalt betreffend“. In einem Morphologischen Kasten beschreibt man in strukturierter Form die äußere Gestalt eines Sachverhalts. Das kann ein Produkt, ein System oder auch ein Konzept (oder Teile davon) sein. Der morphologische Kasten gibt einen Überblick über alle Eigenschaften oder Elemente eines Sachverhalts wider. Insofern zeigt er die einzelnen Elemente, in die die Aufgabe oder Probleme zerlegt werden, um diese einzeln zu lösen.
Der Morphologische Kasten bildet die einzelnen Elemente nur ab; er „produziert“ keine Lösungen oder Antworten. Diese müssen über andere Methoden, zum Beispiel Kreativitätstechniken, entwickelt werden. Da dabei aber einzelne Elemente gelöst werden, ist das meistens einfacher. Der Morphologische Kasten eignet sich auch sehr gut, um Alternativen zu entwickeln und den Entscheidungsprozess transparent zu machen. Er hilft, aus unterschiedlichen Elementen Lösungsansätze zu kombinieren.
Vorgehensweise bei der Arbeit mit dem Morphologischen Kasten[edit]
Um einen Morphologischen Kasten zu entwickeln, müssen folgendermaßen vorgegangen werden:
- Definieren des Problems: Das haben ist im Allgemeinen schon geschehen, wenn vorneweg ein Brainstorming stattgefunden hat.
- Die Elemente, Teile, Parameter oder Kriterien, die das zugrunde liegende Problem allgemein beschreiben, sind zu bestimmen. Das sind alle Aspekte und Eigenschaften, die zum Problem gehören. Diese Kriterien können beispielsweise das Ergebnis eines Brainstormings sein. Damit wird das Problem zerlegt.
- Nach Lösungsmöglichkeiten für jedes einzelne Element wird anschließend gesucht. Hier können ebenfalls die Ergebnisse eines Brainstormings genutzt werden.
- Dann wird eine Tabelle erstellt, in deren ersten Spalte die Elemente und die einzelnen Teile untereinander eingetragen sind. In allen weiteren Spalten wird für jedes Kriterium denkbare Lösungsmöglichkeiten eingetragen.
- Bewerten der einzelnen Lösungen nach Ihren ausgewählten Kriterien: Technisch machbar, Kosten, Innovationsgrad etc.
- Beschreibung der attraktiven Lösungen etwas ausführlicher, um zu erkennen, welche Effekte diese Lösung haben könnte.
- Kombinieren der Lösungen zu alternativen Lösungsmöglichkeiten und Konzepten. Damit warden die Teillösungen und einzelnen Elemente so zusammengesetzt, dass sie eine Gesamtlösung für das ursprüngliche Problem darstellen.
- Auswahl der erfolgversprechenden Lösungen, um sie weiter zu verfolgen.
Aus der Praxis[edit]
Überlegen Sie:
- Welche komplexen und schwierigen Aufgaben fallen in Ihrem Arbeitsbereich an?
- Wie haben Sie diese gelöst?
Inwiefern könnte die Methode des Morphologischen Kastens bei der Lösung dieser Aufgaben helfen? Probieren Sie dies einfach aus. Nutzen Sie die folgenden Vorlagen für die Erstellung eines Morphologischen Kastens, indem Sie Ihr Problem formulieren, die Elemente und Teile bestimmen, in die sich dieses Problem zerlegen lässt, und die Lösungsmöglichkeiten ermitteln.
Quellen[edit]
https://www.business-wissen.de/kapitel/strukturiertes-arbeiten/